Bundesliga-Trikots im Check: Dieser Klub ist Mode-Meister 2018/19

Die Mediadesign Hochschule hat die Trikots der Fußball-Bundesligisten unter die Lupe genommen. Dozenten und Studierende aus dem Fachbereich Modedesign haben eine Design-Tabelle für die Saison 2018/19 erstellt. In mehreren Kategorien – wie Gesamteindruck des Outfits, Funktionalität und Nachhaltigkeit – haben sie die Trikots bewertet. Am schlechtesten schneidet das Trikot der TSG 1899 Hoffenheim ab. Das Urteil der Jury: “Hoffenheim kann leider mit seinem Basicshirt gar nicht punkten. Sorry, das geht besser!” Das Trikot von Borussia Mönchengladbach kommt nur wenig besser weg – Platz 17. Viel besser gefällt das Trikot vom VfB Stuttgart. Es landet auf Platz 3. “Frisch und sportlich mit schönen Details”, urteilt die Jury und lobt die funktionellen Netzeinsätze über den Schultern. Vize-Meister wird Eintracht Frankfurt: Das Trikot sei “sehr stylish und ohne überflüssige Details”. Das schönste Bundesliga-Trikot der Saison tragen aber die Spieler des VfL Wolfsburg. “Frisches Grün auf dunklem Fond hat die Jury der Mediadesign Hochschule überzeugt.” Immerhin ist das mal eine Tabelle, in der nicht der FC Bayern München Meister wird.

Woher kommt der Preisunterschied zwischen Original und Fälschung?

Oliver Brüggen, Pressesprecher beim deutschen Sportartikelgiganten adidas, dürfte über diese kurze Zeitspanne staunen. “Der Designprozess für ein Trikot startet rund vier Jahre vor einem Turnier”, erklärt er auf Nachfrage. Der äußerst lange Entwicklungsprozess kann jedoch nicht die Antwort auf die Frage sein, warum der Verkaufspreis eines Herren-Fußballtrikots innerhalb der vergangenen 10-15 Jahre von knapp 60 auf 90 Euro angestiegen ist. Dazu sagt adidas:

“Auch die Beschaffungskosten sind in der jüngeren Vergangenheit gestiegen, etwa durch erhöhte Rohstoff-, Lohn- und Transportkosten. Um diese wachsenden Kosten auszugleichen, arbeiten unsere Produktentwickler daran, Produktions- und Vertriebsprozesse effizienter zu gestalten.

So funktioniert das illegale Geschäft

Die Ware, das lässt sich an der Verpackung und der Beschriftung der Pakete erkennen, stammt aus der Türkei und wird mit Hilfe von Mittelmännern an Verkäufer wie Igor vertrieben. Ob sie dort auch produziert wird, kann Igor uns nicht verbindlich sagen:

“Ich erhalte die Ware über Großhändler, die sie wiederum vom Fabrikvertrieb erhalten. Sie rufen mich an. Danach senden sie mir Fotos der verfügbaren Trikots und ich gebe meine Bestellung auf.”

Der Endkunde, rechnet Igor durch, sei in dieser Prozesskette die fünfte Person, die das Trikot in den Händen hält.

Meisterfälschungen für nur 20 Euro: Ein Fake-Trikot-Verkäufer erklärt uns seine Branche

Eine Markthalle, irgendwo in Südosteuropa. Hier arbeitet Igor*. Stolz zeigt er seine beiden Stände, die er seit mehr als 12 Jahren betreibt. Die Auslage ist bis auf den letzten Quadratzentimeter gefüllt, an Stahlrohren hängt noch mehr Ware von Kleiderbügeln herunter, dahinter sitzt der Familienvater und lächelt zwischen einem halben Dutzend unausgepackter Kartons. Igor verkauft gefälschte Fußballtrikots – und sein Geschäft läuft exzellent.

Fußballtrikots will sich jeder Fan gönnen, doch sie sind längst zum Luxusgut geworden

Für ein neues Original-Replica-Shirt zahlt der Anhänger zur Bundesliga-Saison 2018/2019 gut 90 Euro im Handel – ohne Namensbeflockung, die für die meisten Fans noch dazu gehört.

Igor kann über diese Preise nur den Kopf schütteln:

“Keine Chance, dass ein Trikot für 90 Euro sein Geld wert ist. Du zahlst schlichtweg die Brand, die Marke.”
Igor

Bei ihm kosten Fußballtrikots gut 20 Euro, “Freundschaftspreise für Stammkunden und Mengenrabatt nicht einbegriffen”, ergänzt er. Das Besondere an Igors Ware: Sie ist selbst für Kenner auf den ersten Blick nicht als Fälschung zu erkennen.

Wir haben uns seine Trikots angeschaut: